Warum Mykoprotein besonders wenig Wasser verbraucht - Nachhaltiger Genuss neu gedacht

Warum Mykoprotein besonders wenig Wasser verbraucht - Nachhaltiger Genuss neu gedacht

 

Wasser ist eine der wertvollsten Ressourcen unseres Planeten. Gleichzeitig zählt die Lebensmittelproduktion weltweit zu den größten Wasserverbrauchern – insbesondere die Herstellung proteinreicher Lebensmittel. Wer sich heute mit nachhaltiger Ernährung beschäftigt, kommt daher nicht an der Frage vorbei: Wie viel Wasser verbraucht unser Protein eigentlich?


Zusammenfassung

  • Wasserverbrauch als zentraler Faktor für die Nachhaltigkeit von Proteinquellen

  • Tierische Eiweißquellen benötigen besonders viel Wasser

  • Pflanzliche Proteinextrakte sind gemessen am Wasserverbrauch nicht nachhaltiger

  • Mykoprotein verbraucht um ein vielfaches weniger Wasser

  • Proteinherstellung im Fermenter ermöglicht eine ressourcenschonende Produktion


Warum der Wasserverbrauch von Lebensmitteln so entscheidend ist

Der Wasserfußabdruck bezeichnet die gesamte Menge an Süßwasser, die entlang der gesamten Produktionskette eines Lebensmittels verbraucht wird – vom Rohstoffanbau über die Verarbeitung bis zum Endprodukt. Besonders proteinreiche Lebensmittel weisen einen hohen Wasserverbrauch auf. Weltweit entfallen über 70 % des Süßwasserverbrauchs auf die Landwirtschaft, wobei tierische Produkte einen erheblichen Anteil ausmachen [1, 2].

Wasserverbrauch tierischer Proteinquellen

Tierische Eiweißquellen zählen zu den wasserintensivsten Lebensmitteln überhaupt. Viele Teile der Wertschöpfungskette, z.B. der Anbau von Futtermitteln, die langfristige Versorgung der Tiere sowie aufwendige Verarbeitungs- und Kühlprozesse erfordern große Wassermengen.

Durchschnittliche Werte pro Kilogramm Protein:

  • Rindfleisch: ca. 5.000 - 20.000 Liter Wasser

  • Schweinefleisch: ca. 1.200 - 8.000 Liter Wasser

  • Geflügel: ca. 300 - 5.000 Liter Wasser

Diese Zahlen beinhalten Wasser, das für Futtermittel, Stallhaltung und Verarbeitung benötigt wird [1, 3].

Pflanzliche Proteine: Nicht automatisch wassersparend

Pflanzliche Eiweißquellen gelten häufig als nachhaltiger – doch auch hier lohnt sich ein differenzierter Blick. Unverarbeitete pflanzenbasierte Proteinquellen (wie Hülsenfrüchte) benötigen wenige Verarbeitungsschritte. Obwohl sie pro 100 Gramm einen geringeren Proteingehalt aufweisen, ist ihre direkte Zubereitung (Kochen, Mahlen) im Vergleich wesentlich weniger wasserintensiv.

Proteinextrakte, -texturate und -isolate dagegen benötigen deutlich mehr Wasser, weil sie in aufwändigen industriellen Prozessen hergestellt werden, um einen hohen Proteingehalt zu erzielen. Diese Schritte (Reinigung, nasschemische Extraktion, Abtrennung durch Waschen/Filtration) sind extrem wasserintensiv  [3-5].

Durchschnittliche Werte pro Kilogramm Protein:

  • Sojabohnen: ca. 300 - 1.000 Liter Wasser

  • Sojaproteinisolat: ca. 45.000 Liter Wasser

  • Erbsenproteinisolat: ca. 19.000 - 31.000 Liter Wasser

  • Weizenprotein: ca. 1.800 - 3.000 Liter Wasser

Mykoprotein: Protein mit besonders geringem Wasserfußabdruck

Mykoprotein wird in geschlossenen Stahltanks hergestellt, ähnlich wie bei der Herstellung von Bier. Der Pilz Fusarium venenatum wächst dabei ressourcensparend unter kontrollierten Bedingungen. Analysen zeigen, dass Mykoprotein im Durchschnitt nur etwa 50 - 100 Liter Wasser pro kg Protein benötigt. Damit liegt der Wasserverbrauch um ein Vielfaches unter dem von tierischen und auch deutlich unter vielen pflanzlichen Proteinquellen [3].

Der geringe Wasserbedarf ergibt sich vor allem daraus, dass der Produktionsprozess in einem geschlossenen System stattfindet und sehr effizient abläuft. Perspektivisch kann Mykoprotein sogar auf Nebenströmen der Lebensmittelindustrie wachsen, was den Wasserbedarf weiter reduzieren könnte [6].

Fazit

Wer bei der Wahl seiner Proteinquelle nicht nur auf Nährwerte, sondern auch auf Umwelt und damit einhergehend den Wasserverbrauch achtet, findet in Mykoprotein eine besonders ressourcenschonende Option. Produkte wie Kwint Mykoprotein zeigen, wie moderne Ernährung wissenschaftlich fundiert und nachhaltig zugleich sein kann.


Quellen:

[1] Mekonnen, M. M. & Hoekstra, A. Y. (2012). A Global Assessment of the Water Footprint of Farm Animal Products. Ecosystems.
[2] Shiklomanov, I. A., & Rodda, J. C. (Eds.). (2003). World water resources at the beginning of the twenty-first century. Cambridge University Press.
[3] Quorn Footprint Comparison Report
[4] Less refined ingredients have lower environmental impact – A life cycle assessment of protein-rich ingredients from oil- and starch-bearing crops. Lie-Piang A. et al. (2021) Journal of Cleaner Production
[5] Ritchie, H. (2020). Environmental impacts of food production. Our World in Data.
[6] Derbyshire, E. & Delange, J. (2021). Fungal protein – what is it and what is the health evidence? Nutrition Bulletin.


Autor

Michael Förg, Co-Founder