Kann man mit Mykoprotein genauso gut Muskeln aufbauen wie mit tierischem Protein? Diese Frage ist inzwischen sehr gut untersucht. Mehrere kontrollierte Studien haben Mykoprotein direkt mit Milchprotein oder einer omnivoren Ernährung verglichen.
Das Ergebnis ist klarer, als man vielleicht erwarten würde: Mykoprotein muss sich beim Muskelaufbau nicht hinter tierischem Protein verstecken. In den bisherigen Studien zeigte es eine vergleichbare Muskelaufbau-Reaktion – in einer direkten Untersuchung sogar eine stärkere Muskelproteinsynthese als Milchprotein.
Zusammenfassung:
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Mykoprotein kann Muskelproteinsynthese effektiv anregen.
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In einer Studie schnitt es besser ab als Milchprotein.
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Über 10 Wochen war es einer fleischhaltigen Ernährung ebenbürtig.
Mykoprotein vs. Milchprotein: Der erste direkte Vergleich
Eine der wichtigsten Studien zu Mykoprotein wurde 2020 an der University of Exeter durchgeführt und im American Journal of Clinical Nutrition veröffentlicht. Die randomisierte, doppelblinde Studie untersuchte 20 junge, sportliche Männer. Verglichen wurden 31 Gramm Milchprotein und 70 Gramm nicht getrocknetes Mykoprotein (ergibt je ca. 20 g Eiweiß). Beide Portionen enthielten jeweils 2,5 Gramm Leucin.
Das Ergebnis war bemerkenswert: Mykoprotein stimulierte die Muskelproteinsynthese stärker als Milchprotein.
Das ist deshalb interessant, weil Milchprotein als besonders hochwertige Proteinquelle für den Muskelaufbau gilt. Mykoprotein zeigte in diesem direkten Vergleich also keineswegs die häufig vermutete Schwäche veganer Proteinquellen.
Wichtig ist allerdings, was diese Studie tatsächlich untersucht hat: Es ging um die Reaktion auf eine einzelne Proteinmahlzeit über wenige Stunden – nicht um langfristigen Muskelaufbau.
Genau deshalb ist die nächste Studie besonders relevant.
Zehn Wochen Krafttraining: Mykoprotein gegen Mischkost
2023 untersuchte dieselbe Forschungsgruppe, ob sich die Ergebnisse auch im Alltag bestätigen. In der Studie absolvierten junge Erwachsene zehn Wochen lang ein progressives Krafttraining. Verglichen wurden eine proteinreiche omnivore Ernährung und eine proteinreiche vegane Ernährung mit einem hohen Anteil an Mykoprotein.
Das Ergebnis:
Beide Gruppen bauten Muskulatur auf – und zwischen den Gruppen gab es keinen statistisch signifikanten Unterschied.
Die mykoproteinreiche vegane Gruppe nahm im Durchschnitt sogar etwas mehr fettfreie Masse zu als die omnivore Gruppe. Beim Wachstum des Oberschenkelmuskels - einem beliebten Vergleichswert - waren die Ergebnisse praktisch identisch.
Damit beantwortet die Studie eine für die Praxis wichtigere Frage:
Kann eine mykoproteinreiche vegane Ernährung den Muskelaufbau beim Krafttraining genauso unterstützen wie eine Ernährung mit tierischen Proteinquellen?
Nach den Ergebnissen dieser Studie: Ja.
Mykoprotein scheint also nicht nur theoretisch eine gute Proteinquelle zu sein. Auch über mehrere Wochen Krafttraining hinweg musste die vegane Ernährung beim Muskelaufbau gegenüber der Mischkost keinen Nachteil hinnehmen.
Die neueste Studie: Wie wichtig ist die Proteinquelle überhaupt?
Eine 2026 veröffentlichte Studie erweitert dieses Bild noch einmal. Die Forschenden verglichen sechs unterschiedliche Proteinquellen nach einer Krafttrainingseinheit: isoliertes Eiweiß, ganzes Ei, Schweinefleisch, Lachs, Linsen und Mykoprotein. Untersucht wurden 65 sportliche Erwachsene.
Das Ergebnis: Die Muskelproteinsynthese fiel bei den verschiedenen Proteinquellen ähnlich aus.
Damit wird die Aussage der früheren Mykoprotein-Studien noch interessanter. Offenbar ist nicht allein entscheidend, woher das Protein stammt.
Viel wichtiger ist, dass insgesamt genügend hochwertiges Protein aufgenommen wird und die Ernährung zum Trainingsziel passt.
Das bedeutet nicht, dass alle Proteinquellen ernährungsphysiologisch identisch sind. Sie unterscheiden sich beispielsweise in Aminosäureprofil, Proteinmenge, Verdauung und weiteren Nährstoffen.
Für den Muskelaufbau zeigt sich aber ein wichtiges Muster: Mykoprotein scheint gegenüber tierischem Protein keinen grundsätzlichen Nachteil zu haben.
Warum ist das für vegane Ernährung wichtig?
Bei pflanzlichen Proteinen wird häufig argumentiert, dass sie aufgrund ihres Aminosäureprofils oder ihres geringeren Leucingehalts schlechter für den Muskelaufbau geeignet seien.
Die bisherigen Mykoprotein-Studien zeichnen ein anderes Bild. Das liegt zum Teil daran, dass Pilze eigentlich gar nicht zu den Pflanzen gehören und andere Eigenschaften aufweisen.
Mykoprotein liefert nämlich alle essenziellen Aminosäuren und kann die Muskelproteinsynthese effektiv stimulieren. In den direkten Vergleichen mit tierischen Proteinquellen zeigte sich deshalb kein grundsätzlicher Nachteil.
Das macht Mykoprotein besonders interessant für Menschen, die ihren Proteinbedarf ohne Fleisch und Milchprodukte decken möchten.
Die entscheidende Botschaft lautet daher nicht: „Mykoprotein ist besser als tierisches Protein.“
Sondern: „Mykoprotein muss sich beim Muskelaufbau nicht hinter tierischem Protein verstecken.“
Genau darin liegt seine Stärke als vegane Proteinquelle.
Was sagen die Studien über ältere Menschen?
Hier ist die Studienlage noch weniger spezifisch.
Die meisten Mykoprotein-Studien wurden bisher mit jungen, gesunden Erwachsenen durchgeführt. Deshalb lässt sich nicht automatisch sagen, dass die Ergebnisse bei Menschen über 50 oder 60 Jahren genauso ausfallen.
Eine 2025 veröffentlichte randomisierte Studie liefert allerdings einen interessanten Hinweis. 27 Erwachsene zwischen 50 und 70 Jahren erhielten entweder eine überwiegend tierische oder eine überwiegend pflanzliche Proteinversorgung und absolvierten gleichzeitig Krafttraining. Die tägliche Muskelproteinsynthese unterschied sich zwischen den beiden Ernährungsformen nicht.
Das ist zwar keine Mykoprotein-Studie. Sie zeigt aber, dass eine stärker pflanzenbasierte Proteinversorgung auch im höheren Alter nicht automatisch einen Nachteil für die Muskelanpassung bedeutet.
Für Mykoprotein selbst sind weitere Studien mit älteren Erwachsenen wünschenswert.
Wie belastbar ist die aktuelle Evidenz?
Die bisherige Forschung ist durchaus relevant: Die wichtigsten Untersuchungen wurden als kontrollierte Humanstudien durchgeführt und in wissenschaftlichen, peer-reviewten Fachjournalen veröffentlicht, darunter das American Journal of Clinical Nutrition und das Journal of Nutrition.
Gleichzeitig sollte man die Grenzen der Forschung kennen.
Die meisten Studien:
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untersuchten junge Erwachsene
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hatten relativ kleine Stichproben
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betrachteten teilweise nur kurze Zeiträume
Entscheidend ist deshalb das Gesamtbild: Die Ergebnisse stammen nicht aus einer einzelnen Studie, sondern aus mehreren kontrollierten Untersuchungen mit unterschiedlichen Studiendesigns.
Was bedeutet das für Mykoprotein von Kwint?
Die genannten Studien wurden mit verschiedenen Mykoprotein-Produkten durchgeführt und nicht mit einer Pulverformulierung wie sie Kwint verwendet.
Mykoprotein-Produkte können sich durch Verarbeitung, Rezeptur und Nährstoffzusammensetzung unterscheiden. Die Studienergebnisse lassen sich deshalb nicht eins zu eins als klinischer Nachweis für ein bestimmtes Produkt verstehen.
Sie zeigen aber etwas Grundsätzlicheres:
Mykoprotein als Proteinquelle ist wissenschaftlich gut untersucht – und die bisherige Evidenz spricht dafür, dass es beim Muskelaufbau gegenüber tierischem Protein grundsätzlich ebenbürtig ist.
Das Fazit
Die bisherige Forschung zeigt:
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Muskelaufbau: funktioniert mit Mykoprotein.
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Vergleich mit Milchprotein: in einer Studie sogar stärkere Muskelproteinsynthese.
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Vegane Ernährung: vergleichbare Muskelzuwächse wie Mischkost.
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Verschiedene Proteinquellen: ähnliche Muskelreaktionen.
Wer Muskeln aufbauen möchte, muss also nicht automatisch zu Whey, Ei oder Fleisch greifen. Mykoprotein bietet eine vegane Proteinquelle, die beim Muskelaufbau wissenschaftlich keineswegs hinter tierischen Proteinquellen zurückbleibt.